Fragen

FAQ über das Opus Dei

ÜBER DAS OPUS DEI

Was ist das Opus Dei?

Das Opus Dei ist eine internationale Seelsorgeeinrichtung der katholischen Kirche. Es wurde 1928 vom heiligen Josefmaria Escrivá gegründet. Es will überall bekannt machen, dass die Arbeit und die gewöhnlichen Lebensumstände Gelegenheiten sind, Gott zu begegnen, den anderen zu dienen und zur Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse beizutragen.

„Personalprälatur“: Was bedeutet das?

Die Personalprälatur ist eine neuartige Struktur der kirchlichen Seelsorge, die auf das Zweite Vatikanische Konzil zurückgeht. Personalprälaturen werden vom Heiligen Stuhl für spezifische seel­sorgliche oder organisatorische Zwecke errichtet und unterstehen der vatikanischen Kongre­gation für die Bischöfe. Es können ihnen sowohl Priester als auch Laien angehören. Das Element „Prälatur“ bedeutet vor allem zweierlei: (a) Die Personalprälatur ist analog zur Diözese strukturiert, d.h. sie besteht aus einem eigenen Oberhirten (ihrem Prälaten als sog. ordinarius proprius), einer eigenen Priesterschaft (presbyterium) und – im Falle des Opus Dei – einer überwältigenden Mehrheit von Laien. (b) Sie ist aber kein Bistum, sondern eine Seelsorge-Einrichtung, welche die Pastoral der jeweiligen Diözese voraussetzt und spezifisch ergänzt. Die Laien einer Personalprälatur gehören unverändert ihrem Bistum an. Der Ausdruck „personal“ steht im Unterschied zu „territorial“: Während die Zugehörigkeit zu einem Bistum (Ortskirche), einer Territorialprälatur oder einer Pfarrei durch den Wohnsitz des jeweiligen Gläubigen bestimmt wird, basiert die Zugehörigkeit zur Personalprälatur auf einer Eigenschaft der jeweiligen Person, im Falle des Opus Dei auf einer Vereinbarung zwischen dem einzelnen und der Prälatur. Papst Johannes Paul II. hat das Opus Dei 1982 als Personalprälatur errichtet, weil diese Rechtsform seine Laien als exakt das definiert, was sie wirklich sind: als gewöhnliche Laien ohne Sonderstellung in der Kirche. Die Zugehörigkeit zur Prälatur macht sie so wenig zu geweihten Personen und sondert sie so wenig von ihrer Diözese oder ihrem sozialen Umfeld ab wie ihre Zugehörigkeit zu einer Pfarrei.

Wie lässt sich Personalprälatur Opus Dei charakterisieren?

Kurz gesagt ist das Opus Dei eine Personalprälatur mit internationalem Wirkungskreis. Sie besteht aus einem Prälaten, einem eigenen Klerus und Laien (Männern und Frauen). Die Priester der Prälatur stammen aus den Reihen der Laien des Opus Dei. Aufgabe des Opus Dei ist es, das Ideal der Heiligkeit mitten in der Welt und insbesondere die Heiligung der Arbeit bekannt zu machen und zu fördern. Seine Angehörigen, Laien und Priester, wirken dabei organisch zusammen.

Ist das Opus Dei gleichermaßen für Männer und Frauen da?

Männer und Frauen besitzen die gleiche Würde als Kinder Gottes und sind auf Grund der Taufe im gleichen Maß zu einer heroischen Heiligkeit berufen. Ebenso leben die Frauen und Männer der Prälatur denselben Geist, arbeiten in ähnlichen Apostolaten, üben alle rechtschaffenen Berufe aus und versuchen in gleicher Weise, die Arbeit und das Familienleben zu heiligen. Was die Laien betrifft, so üben Frauen und Männer in der Prälatur dieselben Ämter bei der Leitung und Bildung der Mitglieder aus.

Was heißt Heiligkeit?

Heiligkeit bedeutet, Jesus Christus in allem ähnlich zu sein: im Denken und Fühlen, in Worten und Taten. Das charakteristischste Merkmal der Heiligkeit ist die Liebe: Gott über alles lieben und den Nächsten wie sich selbst. Die Liebe durchformt alle übrigen Tugenden: die Demut, die Gerechtigkeit, die Arbeitsamkeit, die Keuschheit, den Gehorsam, die Freude… Heiligkeit ist ein Ziel, das allen Getauften gesteckt ist. Wirklich erreicht wird es erst im Himmel, nachdem man sich mit Gottes Hilfe ein Leben lang darum bemüht hat.

Was heißt „die Arbeit heiligen“?

Im Kern geht es darum, die Liebe zu Gott und zu den anderen zum letzten Beweggrund des eigenen Arbeitens zu machen: also in der Arbeit Gott zu finden und die Ergebnisse letztlich ihm zu schenken. – Daraus folgt unter anderem, dass man sich um eine möglichst gut gemachte Arbeit bemüht, da man Gott nichts Unvollkommenes anbieten kann; dass man den arbeitsethischen Grundsätzen der Kirche folgt; dass man sich mit der Arbeit ganz in den Dienst der anderen stellt; dass jede in sich redliche Arbeit geheiligt werden kann.

Was für ein Apostolat übt das Opus Dei aus?

Das hauptsächliche Apostolat der Angehörigen des Opus Dei üben jeder und jede einzelne ganz persönlich und auf eigene Kappe im je eigenen alltäglichen Umfeld aus, also ohne dass die Mitglieder dabei eine Gruppe bilden. Dieses Apostolat ergibt sich auf natürliche und spontane Weise aus ihrem jeweiligen christlichen Engagement. Es vertieft die freundschaftlichen Bande zu den Mitmenschen: Ein guter Christ bemüht sich, ein guter, aufrichtiger und loyaler Freund zu sein. Darüber hinaus, und als Frucht ihres Willens, zur Lösung der Probleme in ihrem Umfeld beizutragen und den Bedürftigen zu helfen, betreiben die Mitglieder des Opus Dei zusammen mit vielen anderen Menschen zahlreiche Bildungs- und Sozialwerke: Schulen, Hospitäler, Berufsbildungszentren, Universitäten usw. Diese Werke unterscheiden sich in ihrer Art sehr stark, je nach Kultur und Eigenart des Landes, in dem sie entstehen.

Folgt das Opus Dei in politischen, sozialen oder religiösen Fragen einer eigenen Lehre?

Das Opus Dei folgt ausschließlich die Lehre der Katholischen Kirche und verbreitet sie weiter. Die Eigenart des Opus Dei liegt im Bestreben, das Evangelium durch die Heiligung der Arbeit in alle gesellschaftlichen Bereiche hineinzutragen. Die Angehörigen des Opus Dei nutzen und fördern die Freiheit und den Pluralismus in allen politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen, in denen die Kirche die Katholiken nicht auf etwas Bestimmtes festlegt.

An wen wendet sich das Opus Dei?

Wer kann dem Opus Dei angehören?

Dem Opus Dei können erwachsene Katholiken angehören, und zwar Männer und Frauen jeglichen Alters, Berufes und Bildungsstandes, die sich von Gott dazu gerufen wissen, ihren Alltag nach dem spezifischen Geist des Opus Dei zu heiligen und seine Botschaft von der Heiligkeit mitten in der Welt auch anderen nahe zu bringen.

Können Verheiratete dem Opus Dei angehören?

Die meisten Gläubigen der Prälatur sind verheiratet. Sie bemühen sich, Jesus Christus gerade in den gewöhnlichen Umständen ihres Lebens nachzufolgen: In ihrer Arbeit zu Hause oder außer Haus, indem sie ihre Familie voranbringen und ihre eheliche Liebe jung erhalten. Und dadurch, dass sie die Kinder, die Gott ihnen schenkt, großzügig annehmen, sorgfältig erziehen und ihnen den Glauben durch ihr Beispiel und ihre Liebe weitergeben.

Wie tritt man dem Opus Dei bei?

Der Beitritt geschieht durch eine formelle Erklärung der Prälatur und der oder des Betreffenden. Er gründet auf dem gegebenen Wort und der christlichen Ehrenhaftigkeit der beitretenden Person. Sein Gegenstand ist es, ein Leben lang gemäß dem Geist des Opus Dei um Wachstum in der Heiligkeit zu ringen. Dazu ist eine freie, überlegte und reife Entscheidung erforderlich. Deshalb müssen die neuen Mitglieder volljährig sein, umfassend über alle Konsequenzen des Beitritt informiert sein und eine angemessene Zeit der Vorbereitung verbracht haben.

Gibt es zölibatäre (ehelose) Angehörige des Opus Dei?

Neben den Priestern leben auch zahlreiche Laien – Männer und Frauen – ehelos, und zwar aus apostolischen Gründen. Dieser Zölibat, den sie als ein Geschenk Gottes annehmen, erlaubt ihnen nämlich ein größeres Engagement in den Bildungsaufgaben der Prälatur. Jedoch verändert er ihre Identität als Laien sowie ihre berufliche, gesellschaftliche oder kirchliche Stellung in keiner Weise.

Wie bereitet man sich auf den Beitritt vor?

Wer um die Aufnahme in das Opus Dei bittet, hat in aller Regel zuvor über längere Zeit regelmäßig an Einkehrtagen, Vorträgen usw. teilgenommen, so dass er das Opus Dei und seine Art der geistlichen Leitung eingehend kennen gelernt hat. Zudem wurde ihr / ihm empfohlen, etliche christliche Frömmigkeitsübungen einzuüben bzw. zu pflegen, zu denen sich die Gläubigen der Prälatur verpflichten: Sakramentenempfang, Gebet, Apostolat und allgemein das demütige und ständige Bemühen um den Erwerb der Tugenden.

Können dem Opus Dei Weltpriester angehören?

Weltpriester, die durch die sog. Inkardination einem Bistum zugeordnet sind, können der Prälatur nicht angehören. Sie haben aber die Möglichkeit, sich der Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz anzuschließen, einer mit dem Opus Dei untrennbar verbundenen Vereinigung. Die Zugehörigkeit zu dieser Gesellschaft verändert ihre Stellung im Bistum nicht: Sie gehören weiterhin dem Klerus ihrer Diözese an und unterstehen unverändert ihrem Bischof. Sie verpflichten sich, die Heiligkeit gemäß dem Geist des Opus Dei in der Ausübung ihrer priesterlichen Aufgaben zu suchen und besonders auch in tiefer Einheit mit dem eigenen Bischof und den anderen Priestern zu leben.

Können Nichtkatholiken und Nichtchristen der Prälatur angehören?

Nichtkatholische Christen und Angehörige anderer Religionen können der Prälatur nicht angehören. Sie können jedoch, wenn sie dies wünschen, als Mitarbeiter an den Aufgaben des Opus Dei mitwirken. Die Mitarbeiter des Opus Dei beten für die Prälatur und unterstützen mit ihrer Arbeit oder ihren Spenden die Bildungs- und Sozialwerke, die die Mitglieder in aller Welt führen. So gibt es orthodoxe, anglikanische, lutherische, reformierte und evangelisch-freikirchliche Christen, aber auch Juden, Muslime, Buddhisten sowie Religionslose, die dem Opus Dei als Mitarbeiter helfen.

AKTIVITÄTEN

Welche Bildungsaktivitäten bietet das Opus Dei an?

Als Institution unterstützt die Personalprälatur Opus Dei ihre eigenen Angehörigen und alle interessierten Menschen darin, inmitten der normalen Tätigkeiten aus ihrem christlichen Glauben heraus zu leben. Sie bietet ihnen zu diesem Zweck geistliche Bildung und Betreuung an. Das Opus Dei organisiert Glaubenskurse in kleinen Gruppen, wobei die christliche Glaubenslehre und ihre konkrete Umsetzung im Alltag eine Einheit bilden. Es bietet vor allem periodische (z.B. wöchentliche) Kurse, monatliche Besinnungsstunden und jährliche Besinnungstage („Exerzitien“) an. Außerdem stehen Priester und Laien ständig für persönliche Gespräche und geistliche Begleitung zur Verfügung. Nähere Auskünfte bei der Informationsstelle auf dieser Webseite (Schaltfläche „Kontakt“) oder beim Informationsbüro des Opus Dei in Ihrem Land.

Bietet das Opus Dei Aktivitäten für Jugendliche an?

Die Zentren des Opus Dei organisieren Bildungstätigkeiten für Schüler, Studenten und junge Arbeiter, so etwa Kurse in katholischer Glaubenslehre, geistliche Leitung, kulturelle Veranstaltungen und Solidaritätsaktionen. Dabei betonen sie unter anderem, wie wichtig das beständige Studieren bzw. Arbeiten ist, um der Gesellschaft und der Kirche ernsthaft zu dienen, um Säleute des Friedens und der Freude zu sein und um eine menschlichere, gerechtere und christlichere Gesellschaft aufzubauen.

In welcher Beziehung steht das Opus Dei zu den Bistümern?

Die Seelsorge des Opus Dei steht in organischem Einklang mit der Pastoral der Diözesan­bischöfe, deren Vollmachten gegenüber den Laienmitgliedern des Opus Dei in ihrer Diözese nicht tan­giert werden. Gemäß einer bekannten Devise Escrivás zieht das Opus Dei stets am gleichen Strick wie der Diözesanbischof. Es informiert ihn regelmäßig über die Tätigkeiten der Prälatur und errichtet neue Zentren nur mit seiner Genehmigung. Die Arbeit des Opus Dei ergänzt die allgemeine und ordentliche Seelsorge der Bistümer. Sie hat spürbare Auswirkungen auf die Lebendigkeit von Pfarreien und Orts­kirchen. Zahlreiche Diözesen in aller Welt zählen seit Jahrzehnten auf das Wirken das Opus Dei, und viele weitere treten an die Prälatur heran mit der Bitte, seine Arbeit auch bei ihnen zu beginnen. Die Priester der Prälatur Opus Dei unterstehen kirchenrechtlich ihrem Präla­ten. Wenn einer von ihnen jedoch eine pastorale Tätigkeit im Zuständig­keitsbereich eines Bistums ausübt, befolgt er in dieser Aufgabe ausschließlich die Richtli­nien und Weisungen der zuständigen Vorgesetzten im Bistum.